Wohnen im Wohnturm: Wohnanlagen am Innsbrucker Platz (Best of 75/Nr. 70)

Der erste Wohnturm in Berlin, so heißt es stolz in der Broschüre der Degewo!

1927 feiert die Berliner Presse die beiden Architekten, Paul Mebes und Paul Emmerich. An Paul Mebes kommt damals nicht vorbei, wer sich mit modernem und sozialem Städtebau in Europa beschäftigt. Schon vor dem ersten Weltkrieg ist er ein Vorreiter für neue Lösungen im Wohnungsbau: gegen Mietskasernen, für offene Wohnsiedlungen –  und diese gerne mit großen Gärten.

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Der Bauherr, die Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Wohnungsbaues (Degewo), ist erst drei Jahre vorher gegründet worden. Auslöser ist die große Wohnungsnot in der Reichshauptstadt. Hier am Innsbrucker Platz entsteht dann ein Musterbeispiel moderner Architektur. Besonders markant ist der schon erwähnte Wohnturm, aber auch die umliegenden Häuser bzw. Wohnblöcke gehören zu dem Ensemble dazu. Ästhetisch sehr geschlossen, arbeiten die Architekten weniger mit Details, sondern eher mit Farbeffekten, um zum Beispiel Treppenhäuser, die Loggien und Fensterbänder hervorzuheben.

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Der Wohnturm am Innsbrucker Platz. Die Degewo feiert 2024 übrigens ihren 100jährigen Geburtstag. @Zeitreisen Arne Krasting

Für das leibliche Wohl war damals auch gesorgt. Das Café Innsbruck, ab 1930 sogar Grand Café Innsbruck, bietet Getränke und Speisen an. Aber was ist ein Kaffeehaus ohne Tanzen: natürlich gibt es auch einen Konzertsaal mit Tanzdiele. Und für die, die nur gucken wollen, gibt es eine Galerie mit bestem Blick auf die Bühne.

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Die Wohnblöcke auf der anderen Seite des Platzes. @Zeitreisen Arne Krasting

 

Das Café und die Tanzdiele existieren heute nicht mehr. Aber die komplett erhaltenen 183 Wohnungen sind natürlich voll vermietet, Mieterfluktuation gibt es hier so gut wie. Was in den alten Zwanziger Jahren gut war, kann heute nicht schlecht sein.

Link zur Degewo

Eröffnung: 1927

Ort: Innsbrucker Platz 1, 10827 Berlin

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