Er wird nicht genannt, er ist in keinem Abstand zu lesen, bekommt keine Credits. Aber er war schon mehrmals in der Serie „Babylon Berlin“ zu bewundern. Oder vielmehr seine Gebäude: Peter Behrens, einer der erfolgreichsten deutschen Architekten und Gestalter im 20. Jahrhundert.

Gleich in der ersten Folge erkennt man seine beiden Gebäude am Alexanderplatz, das Alexanderhaus und das Berolinahaus.1932 fertiggestellt, haben sie den Krieg überstanden und sind herausragenden Zeugnisse der Stadtplanung der späten Zwanziger Jahre. Ein „Weltstadtplatz“ sollte am Alexanderplatz entstehen, so tönte Stadtbaurat Martin Wagner selbstbewusst. Immerhin: Peter Behrens leistete seinen Beitrag. Amerikanische Investoren finanzierten damals die achtgeschossigen, in moderner Stahlbetonskelettbauweise errichteten Gebäude, die zu den ersten dieser Art gehören. Diese beiden Gebäude waren der Grund, weshalb Tom Tykwer die aufwändigen Dreharbeiten am Alexanderplatz durchgesetzt hat. So viel „Twenties“ an diesem so sozialistischen Platz!

In der sechsten Folge von Babylon Berlin feiert Peter Behrens nun seinen zweiten Auftritt. Und der zeigt uns einen verborgenen Schatz der Berliner Architekturgeschichte. Ein wunderschönes Treppenhaus, in hellem Ton gehalten, fast ein wenig steril, dient als Institut des ominösen Dr. Anno Schmidt. Dieser Raum ist Teil des sogenannten Peter Behrens-Bau. Hier begann die AEG, deren Haus- und Hofarchitekt Peter Behrens war, 1917 mit der Produktion von Luxuslimousinen, Lastwagen und – Elektroautos! Unser Team hatte die Möglichkeit, auf den Turm des Peter-Behrens Bau zu gehen. Bei gutem Wetter sieht man bis zum Teufelsberg. Bei Nebel immerhin bis zum Boden…

Der Industriesalon Oberschöneweide bietet übrigens regelmäßige Führungen über das Gelände – mit Besichtigung des Turms! (Link: http://www.industriesalon.de/de/fuehrungen)

Das berühmteste Gebäude von Peter Behrens in Berlin ist leider nicht zu besichtigen, aber auch von außen lohnt es sich, wie schon 1914 der junge Erich Mendelsohn schrieb: „Kommen Sie nach Berlin, so vergessen Sie nicht, sich das Turbinenhaus der AEG von Peter Behrens anzusehen. Sie müssen das gesehen haben!“. Momentan wird die Turbinenhalle von Siemens genutzt. Nur ein geringer Trost der Siemens-Kürzungen für Berlin wäre es, wenn man sich diese Ikone der Industriearchitektur auch mal von innen ansehen könnte